„Mondrian-Musik“

Wieder eine Entdeckung! Zufällig stieß ich auf folgenden Beitrag von Peter Hagmann über Hermann Meier:

So etwas wie die Eigernordwand unter den Gipfeln schweizerischen Komponierens. Der Komponist Hermann Meier in der Solothurner Ausstellung „Mondrian-Musik“.

Wenn ihr den Artikel anklickt werdet ihr gleich sehen, warum ich davon direkt fasziniert war. Die Kompositions-Bilder haben optisch große Ähnlichkeit mit meinen Musikbildern. Und Meier hatte auch einen starken Bezug zur konkreten Kunst. Wirklich spannend! Mal sehen, ob ich weiteres über den Komponisten-Künstler finden kann…

 

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Ohrwurm

Brahms-Op77-RGB

Seit ich das Violinkonzert von Brahms gehört habe, geht mir dieser markante Beginn des dritten Satzes nicht mehr aus dem Kopf. Musste das unbedingt zu Papier bringen 🙂

Wenn ihr mal reinhören möchtet, gibt es z.B. hier eine Möglichkeit.

Beethoven Streichquartett

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Nochmal ein größeres Projekt: Beethoven Streichquartett Opus 18 Nr. 1 (F-Dur), daraus das Allegro. In der fünften Zeile könnt ihr bei genauem Hinsehen den Ausschnitt für das Acrylbild Nr. 75 entdecken, die Farbtöne sind allerdings in der Computerzeichnung nicht ganz identisch. Auf jeden Fall hat der gute Beethoven in sein Quartett wirklich viele optisch interesante Strukturen einkomponiert! Danke dafür 🙂

Beethoven und Pachelbel

Gleich noch zwei andere Varianten von Musik in Acryl:

Bild Nr. 75 im Querformat aus Beethovens Streichquartett Opus 18. Die beiden Geigenstimmen habe ich in eine Zeile zusammengefasst, da sie in in dem Ausschnitt das gleiche spielen.

Quadratisch als Nr. 76 ein Stückchen aus dem Pachelbel-Kanon, den ich euch schon mal als Ganzes vorgestellt hatte (unter Musik zum Anschauen).

Siehe auch: Haydn in Acryl

Haydn in Acryl

Es wird Zeit für eine Synthese der konkreten Malerei mit den Musikbildern. Hier mein erster Versuch (=Bild Nr. 74). Es handelt sich um eine kleine Sequenz aus dem Haydn-Streichquartett Opus 76 Nr. 3 in C Dur. Ihr findet unten gleich zwei Versionen. Ich tendiere beim Acrylbild eher zum Weglassen der weißen Notentrennstriche. Die optische Wirkung ist mir in diesem Fall wichtiger als die Korrektheit in der Notenstruktur.

Hindemith-Mozart-Casadesus

Wie gehören die drei zusammen? Also: Paul Hindemith hat Kadenzen zum sogenannten Adélaïde-Konzert geschrieben. Dieses 1933 publizierte Konzert wurde lange Wolfgang Amadeus Mozart zugeschrieben, sogar im Köchelverzeichnis entsprechend eingetragen. Aber es kamen Zweifel auf. Schließlich gab der französische Komponist Marius Casadesus 1977 zu, das Werk selbst geschrieben zu haben.

Diese Kadenzen sind klanglich wie spieltechnisch zwar nicht so meine Welt, aber die Bildstruktur finde ich interessant. Hier also die Kadenz zum 2. Satz, farbig und zusätzlich als reine Struktur.

JuliaBreunig_Hindemith-Kadenz-Adelaide-Satz2

 

Bach, Partita II, Chaconne

JuliaBreunig_Musikbild_BWV1004Chaconne_2018-10-26

Das war jetzt echt ne Herausforderung. Aber hier ist sie, die Chaconne aus Bachs Partita 2 für Violine solo, bestehend aus 3715 Noten 😉 Ich widme das Bild hiermit Christoph, meinem Lieblings-Geigenlehrer, der das richtig gut spielen kann 🙂 🙂 🙂

Hier könnt ihr das Stück in einem Youtube-Video hören und gleichzeitig die Noten mitlesen.

Löcher-Geheimnis

Heute gibt es eine Info von einer meiner anderen „Baustellen“: Wie kommen diese merkwürdigen Löcher in die Hofgartenstützmauer am Würzburger Rennweg? Ich habe das Geheimnis gelüftet 🙂 Nachzulesen ab sofort in „Würzburger Geheimnisse“ Band 2.

Bach-Kantate 147: Meine Interpretation

JuliaBreunig_BachKantate147-blog

Hier seht ihr meine eigene Umsetzung des Chorals aus der Bach-Kantate 147.

Ein farbiger Doppelbalken besteht jeweils aus den Notenzeilen der ersten und zweiten Violine, darüber abgesetzt befindet sich die Sopran-Singstimme. Wenn keine senkrechten weißen Linien zwischen zwei Noten sind, liegt hier eine Bindung vor. Leserichtung: wie auf einem Notenblatt. Aber man kann das Bild selbstverständlich auch unabhängig von dem Musikstück unter rein optischen Gesichtspunkten betrachten. Ich finde, es ergeben sich hier sehr anregende Strukturen.

Nachdem ich euch gestern das entsprechende Bild von Strübin gezeigt habe, kann ich euch jetzt gut ein paar Unterschiede zwischen Strübins und meiner Herangehensweise zeigen:

1. Strübin konnte Töne als Farben wahrnehmen (Synästhesie) und baute darauf seinen Farbcode auf. Ich gestalte meine Farblegende auf Basis des Farbkreises, der in 12 Schritten für alle Halbtöne einer Oktav durchschritten wird. In welcher Oktav sich der Ton befindet wird weder bei Strübin noch bei mir berücksichtigt.

2. Strübin war Pianist und ging damit vom Klavierauszug bzw. der Partitur eines Stückes aus. Mein Instrument ist die Geige und ich habe daher vorrangig die Melodiestimme(n) im Blick.

3. Strübin malte seine Bilder mit Gouache auf Papier. Heute habe ich mit dem Grafikprogramm am Computer mehr Möglichkeiten zum Experimentieren. Vielleicht setze ich aber auch noch Musikbilder mit anderen Mitteln um. Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass ich mir das sehr gut als Wandgestaltung vorstellen könnte. Ein Ausdruck auf Leinwand wäre auch eine Option.

Siehe auch: Strübin: Bach-Kantate 147

 

Strübin: Bach-Kantate 147

Druck

Nachdem ich mich nun intensiver mit Robert Strübin und seinem „Kunstkonverter“ beschäftigt habe, möchte ich euch das System seiner Umsetzung von Notenwerken in Musikbilder vorstellen. Oben seht ihr als Beispiel die ersten Takte aus der Kantate 147 von Johann Sebastian Bach. Jede Note wird entsprechend ihrer Länge (z.B. Viertel) in einem entsprechend breiten Rechteck dargestellt. Jede Zeile entspricht einer Stimmlage/einem Instrument. Zum leichteren Lesen habe ich die Takte und die Noten mit ins Bild eingetragen. Es gibt nur ganz kleine Abweichungen zwischen Strübins Bild und dem Klavierauszug, den ich zu Grunde gelegt habe.

Vergleichen könnt ihr das Bild hier mit dem Original (oder bei Wikiart). Wobei ich mich farblich eher an den Druck im Buch über Robert Strübin gehalten habe.

Interessant ist, dass Strübin wohl die Gabe der Synästhesie besaß, also Töne als Farben wahrnehmen konnte. So entstand seine Übertragungsskala. Auch die Hintergrundfarben wählte er immer exakt nach seinem Musik-Empfinden aus. Die Bilder entstanden dann aber ganz objektiv als exakte In-Form-Setzung der Partituren.

Anmerkung: Hiermit sollte nachgewiesen sein, dass das Bild die Kantate Nr. 147 zeigt, und nicht Nr. 187, wie es auf einzelnen Internetseiten angegeben ist. (Danke an Wikiart für die prompte Korrektur!)

Siehe auch: Bach-Kantate 147: Meine Interpretation, Wow, eine Entdeckung: Robert Strübin; Musik zum Anschauen

Wow, eine Entdeckung: Robert Strübin

Also das hat mich jetzt etwas ins Gefühlschaos gestürzt. Meine „Musik zum Anschauen“, wie ich sie euch hier an Pachelbels Kanon vorgestellt habe, gab es schon!!! Der Schweizer Pianist und Maler Robert Strübin hat vor 60 Jahren fast genau mit dem gleichen System Musik in Bilder übertragen. Ich bin echt platt! Vor drei Tagen bin ich rein zufällig bei Wikiart auf ihn gestoßen, habe mir sofort das Buch besorgt („Robert Strübin. Musik sehen, Bilder hören“) und bin darin quasi versunken. Einerseits finde ich das extrem bereichernd und ich fühle eine quasi unmittelbare Verbindung zu dem Künstler. Andererseits, ist es dann eigentlich noch „meine Entdeckung“? Oder spielt das gar keine Rolle? Es gibt ja auch einige Unterschiede im Detail. Ich muss das erst mal verdauen, dann gibt es mehr zu Strübins und zu meinen Musikbildern 🙂